Barbara Zangerl und die Alpine Trilogie

Barbara Zangerl, geboren am 24.05.1988 in Bludenz, aufgewachsen in Strengen am Arlberg in Tirol. Sie hat mit 14 angefangen zu Bouldern und zählte zu den Top-Atleten in der Szene. Mit 19 erlitt sie einen Bandscheibenvorfall und musste  diese Leidenschaft aufgeben, da ihr Rücken dieser  enormen Beanspruchung dauerhaft nicht stand halten würde. Durch diesen Schicksalsschlag wechselte sie zum Sportklettern und kurz darauf ins Alpine, worin sie sich schnell einen Namen machte:

In der Dokumentation „Barbara Zangerl – Aus dem Schatten der Meister“ der Bergwelten Reihe wird Barabara bei ihren Versuchen die 3 legendären und äusserst anspruchsvollen Routen der sogenannten Alpinen Trilogie (Der „Silbergeier“ [8b+] von Beat Kammerlander, Stefan Glowacz’sDes Kaisers neue Kleider“ und „End of Silence“ von Thomas Huber) begleitet. Als erste Frau konnte sie diese  drei Touren durchsteigen und erntete nicht nur von deren Erstbegehren größten Respekt.

„I hätt ma domois ned foastoin kena das  a Mädl moi durchkimmt, muas i gaunz ehrlich sogn.“
Thomas Huber – Erstbegeher End of Silience 1994

Die Doku ist jedenfalls sehr Sehenswert und ist in der Servus-Mediathek zu finden:

www.servustv.com/at/Medien/Bergwelten44

Filmtipp: MERU

Klettern am Mittelgipfel des Meru (Himalaya)

Die Shark`s Fin (6310 m)

Der Film Meru erzählt die Geschichte von Conrad Anker, Jimmy Chin und Renan Ozturk die  am 2. Oktober 2011 im Bigwall-Stil als erste über die Nordwestwand zum Gipfel der Shark’s Fin aufstiegen. Conrad Anker hat von seinem Mentor Terrence “Mugs” Stump die Vision zur Besteigung dieses schwierigen Gipfels geerbt. 25 Jahre geistertet diese Vision in seinem Kopf herum bis sie nach 3 Expeditionen über einen Zeitraum von 8 Jahren Realität wurde.

“You can’t just be a good ice climber. You can’t just be good at altitude. You can’t just be a good rock climber. It’s defeated so many good climbers and maybe will defeat everybody for all time. Meru isn’t Everest. On Everest you can hire Sherpas to take most of the risks. This is a whole different kind of climbing.”
Jon Krakauer

Der Film glänzt nicht durch spektakuläre Aufnahmen die während des Kletterns von einem Kamerateam aufgenommen wurden, sondern fesselt vor allem durch kurzweilige, ehrliche Interviews. Auch die drei Hauptcharaktere werden recht umfassend portraitiert und geben Einblicke in deren Motivation und Antrieb, um dieses risikoreiche Unternehmen letztendlich erfolgreich durch zu führen. Am Ende freut man sich nicht nur mit dem ganzen Team sondern hat bestimmt auch Lust auf das nächste Abenteuer in den Bergen.

Nicht umsonst ist dieser Film mit dem Publikumspreis für Dokumentationen des Sundance Film Festivals ausgezeichnet worden.

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Brooke Raboutou

Brooke Raboutou (geb. April 2001) hat mit einem Jahr begonnen zu Klettern und 7 Weltrekorde vor ihrem 12. Lebensjahr aufgestellt. Der begeisterten Kletterin wurde diese Leidenschaft wahrscheinlich in die Wiege gelegt, da ihre beiden Eltern (Robyn Erbesfield und Didier Raboutou) einst selbst zu den stärksten Wettkampfkletterern gehörten. Mit der Rotpunkt Begehung der Route Welcome to Tijuana (8c) ist sie bis Dato die Jüngste die diesen Schwierigkeitsgrad geschafft hat.

„When i am on a high rock, i feel I am in control…. and just happy…“

Brooke Raboutou

Brooke Raboutou 2015

Aktuell ist das junge Ausnahmetalent vor allem bei Wettbewerben zu sehen und nimmt dabei gerne bei jeder Disziplin teil. Bei der Jugend WM 2015 in Arco wurde sie in der Alterklasse Jugend-B (U-18) 5. beim Bouldern, 16. beim Speedklettern, 4. im Vorstieg und 2. in der Gesamtwertung.

David Lama – Erstbegehung von Avaatara

Der Tiroler David Lama hat mit der Erstbegehung von Avaatara (9a) die derzeit schwerste Kletter-Route im Libanon durchgestiegen. Die neue Tour ist der erste kletterbare Ausweg aus der Baatara-Schlucht.

„Die Höhle ist ein magischer Ort – ein fast 100 Meter tiefer Wasserfall, drei wunderschöne natürliche Gesteinsbrücken und blauer und oranger Fels bilden einen perfekten Kontrast zu den üppigen grünen Pflanzen…“
David Lama

Johnny Dawes

Der Brite Johnny Dawes (geb. 1964) hatte seinen sportlichen Höhepunkt zwischen 1985 und 1990 und war der erste, der Routen im Grad E8 und E9 punkten konnte. Landestypisch sind diese Routen wegen der schlechten Absicherungen, die in den meisten Fällen aus mobilen Sicherungen bestehen, nichts für schwache Nerven und auch bewegungstechnisch ist das Klettern am Gritstone sehr speziell.

Im ersten Video aus dem Jahre 1986 sehen wir Johnny in The Quarryman (E8). Modeerscheinungen sollen sich ja immer wieder wiederholen hab ich mal gehört. Wer der Zeit voraus sein will, sollte sich schon jetzt ein paar lässige Herren-Leggins zulegen. Die kommen wieder! Immerhin gibt’s ja auch schon Skinny-Jeans.

Wie wir im zweiten Video sehen können, bemüht sich Mr. Dawes aktuell das freihändige Klettern auf den nächsten Level zu bringen.

Alex Megos in Modified [9a+]

Alexander Megos, alleine der Name spricht hier ja schon für sich, gehört (nicht nur) unserer Meinung nach zu den drei stärksten Sport-Kletterern unser Zeit. In diesem Video aus dem Frühling 2014, das vor kurzem veröffentlicht wurde, sehen wir Alex in den Fingerlöchern der Route Modified im Frankenjura.
Hierbei handelt es sich um eine Kombination der Routen Kate Moss und Classified, welche am Ende eine 9a+ bzw. eine glatte UIAA XI ausspucken. Also mit eine der schwersten Routen die man im Moment probieren kann.
Hört sich zwar schwer an aber dennoch hat Alex Megos auch hier nur etwa 4 Stunden gebraucht um Modified rotpunkt zu klettern. Aber wenn man bedenkt das er auch schon Estado Critico (9a) onsight [er hat nichtmal gewusst das es eine 9a ist und wollt sich eigentlich nur für La Rambla aufwärmen], Action Directe (9a) in weniger als 2 Stunden und Thor’s Hammer (9a+) nach drei Tagen gepunktet hat dann passt das.
Klettern eben und nicht monatelang Sport-Hängen bis man sich einen roten Punkt auf’s Haupt malen kann…

„Du willst da hoch, du willst da hoch.

Du willst jetzt da hoch!“

Aktuelle Kletter-Trends

Auf der Suche nach Extremen ist in den USA wieder einmal ein neuer Kletter-Stil etabliert worden:

Bergab Klettern – Face First

Wer glaub es geht hier darum nur eine Route „ab zu klettern“ liegt falsch. Nein, so einfach würden es sich die Jungs von der Westküste nicht machen. Zwar klettert man nach unten aber das mit dem Gesicht nach vorne! Neben den enormen Belastungen die auf das Material wirken, ist auch der klettertechnische und vor allem mentale Aspekt keineswegs zu unterschätzen und eine neue Herausforderung für alle denen das „normale“ nach oben klettern irgendwie zu langweilig geworden ist.

Im Video seht ihr die beiden Dudes in ihrem Testpiece The Admiral. Der Schwierigkeitsgrad ist leider noch nicht bekannt, bis dato wartet diese Kreation noch auf mutige Wiederholer.

„It’s crazy to think, but when I am climbing downhill am actualy getting closer to heaven“.

Extrem Fotograf

Wer sich schon mal die Frage gestellt hat wer für die Foto- und Videoaufnahmen von Extremsportleren in den Bergen macht bekommt hier die Antwort:

Jimmy Chin war selbst 15 Jahre aktiver Athlet bei The North Face und ist jetzt Fotograf und Filmemacher in den extremsten Umgebungen die man rund um den Erdball finden kann. Fitness ist einer der wichtigsten Voraussetzung für diesen Job…

Free Solo – Alex Honnold – El Sendero Luminoso

Free Solo: Klettern im Alleingang unter Verzicht auf technische Hilfs- und Sicherungsmittel.

Mit Sicherheit ein sehr umstrittener Kletterstil bei dem schnell jemand als verrückt oder lebensmüde abgestempelt wird, vor allem wenn man sich nicht Näher mit dieser Thematik beschäftigt hat und nicht weis wie sich die Athleten auf so ein Projekt vorbereiten.

In diesem Video von 2014 sehen wir Alex Honnold in der etwa 450m langen Route El Sendero Luminoso. Bei 11 der insgesamt 15 Seillängen liegen die Schwiergkeiten zwischen 9- und 9. Wie man in dem Video sieht studiert Alex die schwierigen Züge im Vorhinein perfekt ein und beseitigt jeden losen Stein und andere potentielle Gefahrenquellen. Für mich ist so eine Leistung unvorstellbar aber ich nehme an keiner würde in so eine Route free solo einsteigen wenn er/sie vom eigenen Können und der mentalen Stärke nicht 100% überzeugt ist.


Bis dato konnte diese „schwerste Free-Solo-Begehung einer Mehrseillängentour“ der Tiroler Hansjörg Auer halten, der 2007 an der Marmolada in den Dolomiten die Route Weg durch den Fisch (9-) free solo geklettert hatte.

Klettern im Urwald

Wer sich vornimmt Mitten im Urwald als Erster einen Felsturm zu besteigen muss hart im nehmen sein. Der lange und komplett zugewachsene Zustieg ist dabei nur mal der Anfang. Zuerst muss von unten eine kletterbare Linie im Fels gefunden bzw. erahnt werden und dann muss man sich durch den üppigen Bewuchs (auch auf dem Fels) durcharbeiten, lose Steine aus dem Weg räumen, Stände einbohren, im Fels übernachten, Unwetter überstehen, Stürze einstecken, …

An „freies“ Klettern, also klettern nur an den Strukturen des Fels, braucht man erst gar nicht denken. An so einem Ort wird hauptsächlich technisch geklettert also Schlaghaken, Keile, Friends und Schlingen in der Wand anbringen, hoffen das sie halten und hochziehen.

Dreckige Angelegenheit aber für so manchen die Mühe wert.