E.O.F.T. 16/17

Seit 2001 startet jedes Jahr im Herbst die European Outdoor Filmtour (kurz E.O.F.T.) und tourt durch die Kinosäle in Europa. Dieses Jahr werden Kurzfilme aus den Bereichen Klettern, Wingsuite Flying & Base Jumping, Kajak, Freeride Skiing und Mountainbike auf der Kinoleinwand präsentiert – kurzum ein breites Spektrum an Outdooraktivitäten zwischen dem Meeresspiegel von Baffin Island und dem 6.907 Meter hohen  Gipfel des Lunag Ri in Nepal.


Alle Filme im Überblick

Lunag Ri - E.O.F.T. 16/17Lunag Ri (mit David Lama)

Simon Gietl – Der Gratwanderer

Simon Gietl, der gelernte Tischler, fand seine Berufung „Das Klettern“ durch einen Kletterer welcher ihn beim Trampen mitnahm. Nach 3 Jahren kraxln, kündigte er den Job, begann die Ausbildung zum Bergführer und arbeitete nebenbei früh morgens bei einem Bäcker, um unter Tags seiner Leidenschaft dem Kletter nachgehen zu können. Wichtig für ihn ist es ein guter Vater zu sein und so versucht er so gut wie möglich die Krätsche aus 3 Punkte – Familie, Beruf und eigeneLeidenschaft – mit seinen 2 Beinen zu meistern.
Durchs Vater werden, sagt er selbst wurde er nicht vorsichtiger:

„Weil i imma scho gleich aufpasst hob. I lieb des lebm, mecht ned scho jung weck gehn“

Chris Sharma am Mont Rebei, 250m bis 9a

Chris Sharma arbeitet am Monte Rebei an einem Mehrseillängen-Projekt mit Schwierigkeiten bis zu 9a. Die Route ist 250m lang (6c, 9a, 8b, 8c, 8c, 7b, 8c+) wobei es in der zweiten Seillänge eine 9a zu bewältigen gibt.

Eines der „Main Goals“ für Chris dieses Jahr.


Schönes Video mit herrlichen Aufnahmen und O-Ton von Chris Sharma. Da dürfen wir auf Episode 2 gespannt sein.

Fiesta de los biceps – Mammut Classics

Nachdem Mammut letztes Jahr in der „Classics“ Serie 6 Meilensteine der Sportklettergeschichte vorgestellt hat (wie hier von uns gepostet), stehen dieses Jahr legendäre Mehrseillängen-Routen am Programm.
Video Nummer 1 klettern Anna Stöhr und Edu Marin die Route Fiesta de los biceps (7a, 235 m) die 1985 im spanischen Mallos de Reglos eröffnet wurde. Bekannt wurde diese Route aber erst einige Jahre nach ihrer Erstbegehung, nachdem Carlos García die Route 1989 free solo kletterte – eine bis dahin noch relativ unbekannte Spielart des Kletterns.

Ein grandioses Erlebnis am steinernen „Erdäpfelacker“.

Footloose – Klettertrend 2016

Footloose und mit Stil, da wächst der Bizeps und bringt Spaß in die bunte Plastikwelt der Kletter- und Boulderhallen.

Das dürfte nach unserer Einschätzung der Klettertrend 2016 werden. Immerhin sind wir erst letzte Woche unverhofft in den Genuss einer Footloose-Aktion, die durch das ganze Dach in der Kletterhalle 6a führte, gekommen…

Babsi Zangerl in Bellavista

Über Barbara Zangerl haben wir schon hier berichtet und auch diesmal ist sie wieder in einer sehr ambitionierten alpinen Tour unterwegs.
Bellavista (8c) ist eine Route in der Nordwand der Großen Zinne und führt durch ein riesiges Dach im unteren Teil der Zinne das 60m aus der Wand herausragt. Geschaffen wurde diese Route von Alexander Huber der sie im Winter 2000 im Alleingang technisch durchstiegen hat. 2001 holte er sich die erste freie Rotpunkt-Begehung. Bellavista zählt nach wie vor zu den schwersten alpinen Touren weltweit.

Aussergewöhnliches Eisklettern in Island

Kristallklare Eishöhlen, Eisberge und Gletscherspalten dazu ein Profifotograf, ein Kamerateam, Videodrohnen und natürlich ein paar der besten Eiskletterer die aufzutreiben sind.

Das ist The Iceland Trifecta

In dieser Dokumentation einer Island-Reise, hat der Fotograf Tim Kemple das Eisklettern auf eine Art und Weise eingefangen, wie man es bis jetzt noch kaum gesehen hat. Im Labyrinth des Vatnajökull Gletscher, dem größten Europas, machte sich das Team auf die Suche nach den spektakulären Spots.
Und diese haben sie auch gefunden….

Hochzeitsreise in Australien

Katharina Saurwein (AUT) und Jorg Verhoeven (NL) haben sich im Sommer 2015 eine der schönsten Hochzeitsreise gegönnt, die sich ein ambitionierter Kletterer vorstellen kann. Das Ziel der ehemaligen Wettkampfkletterer waren natürlich nicht die schönsten Strände und leckersten Cocktails sondern die besten Kletterrouten die das Land zu bieten hat.

Vor allem die sogenannten BIG 4 in den Grampian Mountains haben Sie ins Auge gefasst:

  • Ammagamma (V13) – Boulderproblem
  • Wheel of Life (V15) – Boulderproblem
  • Eye Of The Tiger (8a/+) – Sportklettern
  • Groove Train (8c) – 45m Sportklettern

Aber auch Trad-Klettern haben Sie am Programm und holen sich Begehungen an 5 bizarren Felsnadeln in Tasmanien. Mit dabei der legendäre Totem Pole, ein 65m hoher steinerner Pfahl mit einem Durchmesser von ca. 4m.

Die 5 Kurzfilme die es dazu im Netz gibt wurden von Louder Than Eleven produziert und die sind immer ein Garant für äusserst gelungene Videos. Der komplette Film feiert am 26. August 2016 während des Filmfests St. Anton seine Premiere.

Alex Honnold in Angola

In Angola (Südwest-Afrika) ging vor kaum einem Jahrzent ein 34 Jahre langer Bürgerkrieg zu Ende und es fehlt wie in vielen Entwicklungsländern an Infrastruktur. In der Hauptstadt Luanda ist die Schere zwischen Arm und Reich weit geöffnet – so findet man neben Lehmziegel-Hütten prunkvolle Nachtclubs und Fünf-Sterne-Hotels.

In diesem Film sehen wir Alex Honnold gemeinsam mit Stacy Bare, Ted Hesser und Maury Birdwell auf einer Expedition in der nicht nur die Felsqualität des Landes geprüft, sondern vor allem ein Projekt der Honnold Foundation vorangetrieben werden soll. SolarAid hilft Familien in entlegenen und netzfernen Regionen durch den Einsatz von Solartechnik unabhängig vom teuren und toxischen Kerosin zu werden. Ziel ist es Kerosinlampen bis 2020 aus dem Alltag in Afrika verschwinden zu lassen.

Um SolarAid in Angola durchführen zu können, bedurfte es einer Menge Anstrengungen, bis 100 Solaranlagen importiert und durch den Zoll gelangen konnten. Aufgrund der PR-Arbeit konnte man den Energieminister davon überzeugen 3.000 weitere Solaranlagen für einen umfassenden Markttest zu bestellen. Ob sich diese Art der Energie in Angola durchsetzen wird ist noch nicht ab zu sehen. Dennoch ist die Bereitschaft, Alternativen zu Öl und Gas zu prüfen, ermutigend.


Stacy Bare, ein Veteran aus dem Irakkrieg, hat hier schon für den Halo-Trust Landminen entfernt. Bisher wurde etwa die Hälfte von  1.500 dokumentierten Minenfeldern geräumt.

Chris Sharma – Magie Blanche 8b+

Die 20 m lange Route Magie Blanche, bewertet mit 8b+, stammt aus dem Jahre 1986 und wurde von Marc le Ménestrel eingerichtet. Die erste freie Begehung (1989) geht auf das Konto des Franzosen Didier Rabouto (über seine Tochter haben wir vor kurzem berichtet), der damit einer der weltweit ersten 8b+ Routen befreite. Anders als die heutigen Sportkletterrouten, die sich durch Länge und Steilheit auszeichnen und somit bis in den Grad 9b+ führen, handelt es sich bei dieser „Oldschool-Route“ um eine äusserst technische Wandkletterei. Dieser Umstand sorgt des öfteren dafür, dass selbst renomierte 9a-Kletterer vor einer kaum lösbaren Aufgabe stehen.

Das war für Petzl Anlass genug um Chris Sharma, gemeinsam mit seinem Freund Marc le Ménestrel, auf einen Trip in die Provence zu schicken um zu klären ob so eine Tour nach heutigen Maßstäben schwerer bewertet werden sollte.

Con­clu­sio

Obwohl Chris Sharma auch schon schwerere Sportkletter-Routen onsight klettern konnte, musste er Magie Blanche zuerst ausbouldern, um sie dann im 2. richtigen Versuch durchsteigen zu können. Anders als bei heutigen Toprouten gab es hier keine Chalkspuren oder Gummispuren von Kletterschuhen die während des Onsight-Versuches wertvolle Hinweise auf den nächsten Move preisgeben konnten. Dennoch ist die Route laut Chris rein physisch nicht umbedingt schwer und somit bleibt Magie Blanche nach wie vor eine (schwere) 8b+.

Wie wohl Alex Megos oder Adam Ondra hier abschneiden würden?


Marc le Ménestrel hat 1997 übrigens auch das legendäre Boulder-Problem L’alchimiste (FB 8A+/8B) in Fontainebleau erstbegangen. Und dabei blieb es auch, denn leider trieb im Wald von Bleau jemand mit Hammer und Meissel sein unwesen und entfernte, wie auch im Alchmisten, entscheidenden Griffe. Seither ist hier niemand mehr hoch gekommen.

Niemand?

Doch Nalle Hukkataival konnte diesem Problem im März 2015 wieder leben einhauchen. Sein Kommentar zur Schwierigkeit: „At least 8B+.“
Nach der FB-Skala wohlgemerkt also für nicht Boulderer heißt das mindestens 9a+ nach der Franzosenskala oder auch UIAA XI/XI+.

Im Video sind Marc und Nalle beim Durchstieg des Alchimisten, vor und nach dem „Griffausbruch“, zu sehen.