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Simon Gietl – Der Gratwanderer

Simon Gietl, der gelernte Tischler, fand seine Berufung „Das Klettern“ durch einen Kletterer welcher ihn beim Trampen mitnahm. Nach 3 Jahren kraxln, kündigte er den Job, begann die Ausbildung zum Bergführer und arbeitete nebenbei früh morgens bei einem Bäcker, um unter Tags seiner Leidenschaft dem Kletter nachgehen zu können. Wichtig für ihn ist es ein guter Vater zu sein und so versucht er so gut wie möglich die Krätsche aus 3 Punkte – Familie, Beruf und eigeneLeidenschaft – mit seinen 2 Beinen zu meistern.
Durchs Vater werden, sagt er selbst wurde er nicht vorsichtiger:

„Weil i imma scho gleich aufpasst hob. I lieb des lebm, mecht ned scho jung weck gehn“

Babsi Zangerl in Bellavista

Über Barbara Zangerl haben wir schon hier berichtet und auch diesmal ist sie wieder in einer sehr ambitionierten alpinen Tour unterwegs.
Bellavista (8c) ist eine Route in der Nordwand der Großen Zinne und führt durch ein riesiges Dach im unteren Teil der Zinne das 60m aus der Wand herausragt. Geschaffen wurde diese Route von Alexander Huber der sie im Winter 2000 im Alleingang technisch durchstiegen hat. 2001 holte er sich die erste freie Rotpunkt-Begehung. Bellavista zählt nach wie vor zu den schwersten alpinen Touren weltweit.

Barbara Zangerl und die Alpine Trilogie

Barbara Zangerl, geboren am 24.05.1988 in Bludenz, aufgewachsen in Strengen am Arlberg in Tirol. Sie hat mit 14 angefangen zu Bouldern und zählte zu den Top-Atleten in der Szene. Mit 19 erlitt sie einen Bandscheibenvorfall und musste  diese Leidenschaft aufgeben, da ihr Rücken dieser  enormen Beanspruchung dauerhaft nicht stand halten würde. Durch diesen Schicksalsschlag wechselte sie zum Sportklettern und kurz darauf ins Alpine, worin sie sich schnell einen Namen machte:

In der Dokumentation „Barbara Zangerl – Aus dem Schatten der Meister“ der Bergwelten Reihe wird Barabara bei ihren Versuchen die 3 legendären und äusserst anspruchsvollen Routen der sogenannten Alpinen Trilogie (Der „Silbergeier“ [8b+] von Beat Kammerlander, Stefan Glowacz’sDes Kaisers neue Kleider“ und „End of Silence“ von Thomas Huber) begleitet. Als erste Frau konnte sie diese  drei Touren durchsteigen und erntete nicht nur von deren Erstbegehren größten Respekt.

„I hätt ma domois ned foastoin kena das  a Mädl moi durchkimmt, muas i gaunz ehrlich sogn.“
Thomas Huber – Erstbegeher End of Silience 1994

Die Doku ist jedenfalls sehr Sehenswert und ist in der Servus-Mediathek zu finden:

www.servustv.com/at/Medien/Bergwelten44

Klettern im Urwald

Wer sich vornimmt Mitten im Urwald als Erster einen Felsturm zu besteigen muss hart im nehmen sein. Der lange und komplett zugewachsene Zustieg ist dabei nur mal der Anfang. Zuerst muss von unten eine kletterbare Linie im Fels gefunden bzw. erahnt werden und dann muss man sich durch den üppigen Bewuchs (auch auf dem Fels) durcharbeiten, lose Steine aus dem Weg räumen, Stände einbohren, im Fels übernachten, Unwetter überstehen, Stürze einstecken, …

An „freies“ Klettern, also klettern nur an den Strukturen des Fels, braucht man erst gar nicht denken. An so einem Ort wird hauptsächlich technisch geklettert also Schlaghaken, Keile, Friends und Schlingen in der Wand anbringen, hoffen das sie halten und hochziehen.

Dreckige Angelegenheit aber für so manchen die Mühe wert.